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Der Sportjugend Niedersachsen

- 9 Fakten zum Jungen Engagement

Mit der Themenserie „9 Fakten zum Jungen Engagement“ macht die Deutsche Sportjugend auf die Rahmenbedingungen von freiwilligem Engagement junger Menschen im Sport aufmerksam. Positionierungen gibt es u.a. zu „Vielfalt“ und „Leistungsgesellschaft“.

Fakt  „Vielfalt“

Migration: 22,5% der Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Die meisten  Menschen mit Migrationshintergrund leben in den westlichen Bundesländern.

Bildung: Der Bildungsstand der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert. Der Anteil von Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung (2016: 30,8%) oder einem Studienabschluss ist gestiegen (2016: 17,1%).

Allerdings ist die Zahl der jungen Menschen, die maximal einen Hauptschulabschluss erwerben (2016: 31,4 %) oder gar keine berufliche Qualifikation vorweisen können (2016: 4 %), immer noch sehr hoch. Vor allem Jugendliche aus sozial weniger begünstigten Familien und junge Menschen mit Migrationshintergrund sind davon betroffen. Die soziale Herkunft hat nach wie vor große Auswirkungen auf den Bildungserfolg junger Menschen.

Teilhabe: Am 26. März 2009 hat die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben. Damit bekennt sich Deutschland zur Inklusion von Menschen mit Behinderung. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen selbstbestimmt und gleichberechtigt an allen Aktivitäten des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können. Von einer Öffnung aller gesellschaftlichen Bereiche, sodass jede/r dabei sein kann, haben alle etwas. Dabei ist es wichtig, dass Menschen mit Behinderung mitreden und mitbestimmen können. Deshalb lautet der Grundsatz der UN-Konvention: "Nicht ohne uns über uns".

Für junge Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderung oder mit Bildungsbenachteiligung sowie für junge Geflüchtete ist der Schritt in ein freiwilliges Engagement oft schwieriger als für andere. Damit mehr junge Menschen mit erschwerten Zugangsbedingungen sich im Sport engagieren können, sind auch zukünftig gezielte Maßnahmen notwendig:

  • Öffnung und Weiterentwicklung der Vereinsstrukturen
  • Anpassung von Qualifizierungsmöglichkeiten für junge Menschen mit erschwerten Zugangsbedingungen
  • Sensibilisierung und Vernetzung von Multiplikator/innen der Kinder- und Jugendarbeit
  • Implementierung von Strategien und Konzepten zur Förderung von jungem Engagement in den Strukturen des Kinder- und Jugendsports
  • Ausbau der Partizipationsmöglichkeiten für junge Menschen.

Fakt „Die Leistungsgesellschaft“

Es ist nicht selbstverständlich, dass junge Menschen sich in ihrer Freizeit freiwillig im Sportverein engagieren. Auch sie sind bereits Teil unserer Leistungsgesellschaft und spüren deren Folgen. Veränderte Strukturen in den Schulen und Hochschulen, wie z.B. die verkürzte Schulzeit durch G8 oder die Ganztagsschule, führen zu enormem Zeitdruck und wenig Freizeit: 84 % der Kinder und Jugendlichen haben oft das Gefühl, für Dinge, die Spaß machen, keine Zeit zu haben. Auch die Umstellung auf die Bachelor- und Masterabschlüsse an den Hochschulen haben deutliche Auswirkungen auf das Engagement von jungen Menschen. Insbesondere Studierende finden immer weniger Zeit für ein Engagement: In den Jahren von 1999 bis 2009 sank ihre Engagementquote von 21,9% auf 13,4%.Durch die Anforderungen der Schule und die Erwartungen der Eltern erleben junge Menschen schon früh Leistungsdruck, der zu Stress führen kann: 18% der Kinder und 19% der Jugendlichen sind stark gestresst. Ob eine Aktivität von Kindern und Jugendlichen als Stress empfunden wird oder nicht, hängt u.a. davon ab, ob es sich um eine fremd- oder selbstbestimmte Aktivität handelt: 85,6 Prozent der gestressten Kinder dürfen in der Freizeit nicht selbst entscheiden. 60,2 Prozent werden nur manchmal bis nie nach ihrer Meinung gefragt.

Ein freiwilliges Engagement im Sportverein bietet jungen Menschen einen Ausgleich und Freiraum für eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung. Junges Engagement im Sport ermöglicht es jungen Menschen, sich einzubringen, eigene Ideen zu verwirklichen und eigene Interessen zu entfalten. Die partizipativen Angebote der Jugendarbeit im Sport bieten jungen Menschen Raum für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Moderne und flexible Engagementmöglichkeiten gehen auf die veränderten zeitlichen Rahmenbedingungen ein und erleichtern jungen Menschen den Einstieg in ein Ehrenamt.Deshalb lautet der Appell der Deutschen Sportjugend (dsj) an die Politik:Junges Engagement in der Jugendverbandsarbeit im Sport langfristig und nachhaltig fördern!

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